Fröhliche Weihnachten (1983)

weihnachten 15 Wochen vorm Weihnachtsfest darf man, nachdem man sich bereits 3 Monate lang mit Lebkuchenherzen, Pfeffernüssen, Dominosteinen, Spekulatius und Christstollen in die richtige Weihnachtsstimmung gefressen hat, auch mal den ein oder anderen Wunsch für Weihnachten äussern…

Okay: Weltfrieden, Heilmittel für alle erdenklichen Krankheiten, Trinkwasser und Nahrungsmittel für alle sind definitiv die Wünsche, die am wichtigsten, aber auch am schwierigsten zu erfüllen sind… In diesem Jahr begnüge ich mich mit einem Wunsch an die DVD-Labels und Fernsehstationen dieser Nation:

Kann es echt so schwierig sein, einen der absoluten Klassiker des Genres Weihnachtsfilm einfach mal auf DVD zu veröffentlichen oder wenigstens noch einmal irgendwo im Nachmittagsprogramm zu senden? Echt? „Blättert“ man ein wenig in den Filmforen, die es so im www gibt und tauscht man sich mit Filmfreunden aus, so muss man feststellen, dass „Fröhliche Weihnachten“ von Bob Clark einer der meistgesuchten / meistgewünschten Filme (und besonders: DER meistgesuchte Weihnachtsfilm überhaupt) ist. Da kann man getrost von absoluter Ignoranz seitens der DVD-Labels (insbesondere Warner, die den Film in den USA und UK bereits auf DVD veröffentlicht haben) und der (öffentlich-rechtlichen) Sender sprechen, wenn die immer wieder laut aufkommenden Rufe nach diesem Film überhört werden.

DVD oder Fernsehausstrahlung her, oder ich schiess Euch ein Auge aus!

DVD oder Fernsehausstrahlung her, oder ich schiess Euch ein Auge aus!

Manch einer wird jetzt sicherlich sagen: „Dann stell dich doch nicht so an. Kauf den Streifen in der US- oder UK-Fassung und gut is’…“ Stimmt… das ist eine Option. Und diese Option habe ich bereits vor etlichen Jahren gezogen, indem ich die wundervolle „Ultimate Collector’s Edition“ aus den USA angeschafft habe (für dieses Schmuckstück mal ausnahmsweise Lob an Warner: Habt ihr gut gemacht…)

Aber: Der Film erlebt für mich (und sicherlich alle deutschen Fans des Films) vor allen Dingen durch die hervorragende Synchronisation (allen voran Harald Juhnke als „Erzähler“) in der deutschen Fassung eine Aufwertung, wie es Synchros nur selten schaffen.

Daher mein eindringlicher – jährlich wieder aufkeimender – Wunsch: Kommt endlich in die Pötte und veröffentlicht dieses filmische Juwel! Und auch wenn es diesem Film in keinster Weise würdig wäre: Von mir aus auch ohne Extras, in grobkörniger SD-Qualität, mit  08/15-Pantoffelkino-Sound… Hauptsache, ihr veröffentlicht ihn und macht es auch den jüngeren Generationen möglich, dieses weihnachtliche Feelgood-Movie zu genießen!

Ich hoffe, wir haben uns verstanden...

Ich hoffe, wir haben uns verstanden…

Um klar zu machen, was diesen Film so besonders macht, hier nun noch meine zu Weihnachten 2007 in der OFDb veröffentlichten Worte über „Fröhliche Weihnachten“:

Oh, du schöne Weihnachtszeit. Kinder ergötzen sich an der faszinierenden Mystik, die Christkind oder Santa Claus umgibt, während sich Erwachsene mit Tränen in den Augen in jene Zeiten zurückversetzen, in denen sie selbst das Kribbeln in der Magengegend verspürten, das jetzt ihre Kinder oder Enkelkinder ereilt. Das aufregende und zugleich schöne Kribbeln, wenn das Glöckchen erklingt und kurze Zeit später wie von Zauberhand herbeigeholt die Geschenke unter dem Weihnachtsbaum liegen.

weihnachten 5Es ist die Zeit, in der sich Erwachsene wieder ein kleines Stück ihrer Kindheit zurückholen dürfen. Die Zeit, in der sich selbst der hart gesottene, eiskalte Erwachsene einen Ruck geben und in aller Öffentlichkeit Gefühle zeigen kann, die er sonst nur hinter verschlossenen Türen zeigen würde. Man erinnert sich in diesen Zeiten an so vieles, was man in der Kindheit in jenen schönen Weihnachtstagen erlebt hat… der Plätzchenduft, das Schlittenfahren mit Freunden und auch an Fernseh-Erlebnisse der ganz besonderen Art. Mein Fernseh-Erlebnis aus jener Zeit, das die wohl schönste Erinnerung birgt, dürfte der hierzulande mittlerweile sträflicherweise von Fernsehsendern und DVD-Labels unbeachtete „Fröhliche Weihnachten“ sein.

Denn „Fröhliche Weihnachten“ bündelt eben all die Gefühle, die man als Kind in der Weihnachtszeit hatte, in einer 90minütigen nostalgischen, verklärten und zugleich urkomischen Reminiszenz an den Zauber der Weihnacht, den zeitgenössische Werke wohl nie mehr so konsequent einfangen können wie es Regisseur Bob Clark hier schaffte. Clark erzählt uns die Geschichte des 9jährigen Ralphie, dessen sehnlichster Weihnachtswunsch ein „Red-Ryder-Luftgewehr“ ist.

weihnachten 4

Sich in die Lage des kleinen Ralphie hinein zu versetzen, dürfte kein schwieriges Unterfangen sein. Jeder von uns dürfte sein persönliches „Red-Ryder-Luftgewehr“ gehabt haben. Sei es der coolste Transformer, die schönste Barbie oder heutzutage das angesagteste Pokemon-Dingsbums… Wir alle sind Ralphie. Wir fiebern und betteln innerlich mit, wenn er seine Eltern anfleht, zu Weihnachten seinen sehnlichsten Wunsch erfüllt zu bekommen und wir leiden ebenso mit, wenn er mit einem „Damit schießt du dir nur ein Auge aus“ wieder aus seiner Traumwelt hinaus auf den harten Boden der Realität fällt. Aber haben wir uns von solchen Rückschlägen brechen lassen?

Nein! Und Ralphie ebenso nicht… dem Jungen kommen die abenteuerlichsten Einfälle, wie er zu seinem ersehnten Weihnachtsgeschenk kommen könnte und verflüchtigt sich bei seinen Einfällen auch allzu oft in Tagträume, wie wir alle sie wohl auch als Kinder hatten. Träume von glorreichen Zeiten als Held, die ihm sein „Red-Ryder-Luftgewehr“ bringen wird; Träume, wie sie (leider) nur Kinder haben können. Und mit jedem Tagtraum Ralphies werden wir wieder zurückversetzt in jene schönen Zeiten, in denen uns kein Traum zu unrealistisch erschien; zurückversetzt in Zeiten, in denen wir uns noch in die kindlich-naiven Traumwelten flüchten konnten, die uns im Erwachsenenalter leider viel zu oft verschlossen bleiben.

weihnachten 6Vielleicht liegt es daran, dass „A Christmas Story“ eng mit meinen schönsten weihnachtlichen Kindheitserinnerungen verknüpft ist; vielleicht liegt es aber auch einfach daran, dass es Bob Clark tatsächlich gelungen ist, die unbeschreibliche Mystik, die das Weihnachtsfest auf uns und im speziellen die Kinder ausübt, in einer zeitlosen cineastischen Reminiszenz einzufangen: Fakt ist, dass dieser Film für mich der Weihnachtsfilm schlechthin ist.

Und auch wenn zwischen Weihnachtseinkäufen, Grußkartenschreiben, Pflichtanrufen bei Verwandten und dem Weihnachtsbaumschmücken nur wenig Zeit bleibt, sich zurück zu lehnen, ein wenig den Stress fallen zu lassen und sich auf die schönen Seiten der Weihnachtszeit zu besinnen: ich empfehle jedem, sich die Zeit zu nehmen, sich an die persönlichen Weihnachts-Highlights seiner Kindheit zu erinnern und sein Herz für die schönste Zeit des Jahres noch ein Stückchen weiter als sonst zu öffnen. Entweder durch einen Blick in leuchtende Kinderaugen unter einem festlich geschmückten Weihnachtsbaum oder durch den Genuss dieses weihnachtlichen Feel-Good-Movies. Fröhliche Weihnachten! 10/10

So, Warner… jetzt seid ihr dran (oder irgendein anderes DVD-Label, das sich meiner erbarmen möchte): Schenkt mir mein persönliches Red-Ryder-Luftgewehr in Form einer DVD-Veröffentlichung hier im deutschsprachigen Raum.

Erstveröffentlichung dieser Kritik in der OnlineFilmDatenbank

„Fröhliche Weihnachten“ in der OnlineFilmDatenbank

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