Durchgehört: Kid Rock – First Kiss

First Kiss ( (c) www.kidrock.com )

Kid Rock – First Kiss (www.kidrock.com)

And now these days when I drive through a small town I turn my stereo up and roll my windows down ’Cause it reminds me of my first kiss And those days that I always miss Tom Petty on the radio Going steady with nowhere to go

Nach etwas mehr als zwei Jahren Pause wartet der American-White-Trash-Redneck-Country-Rocker Kid Rock mit „First Kiss“ mit einem neuen Album auf und liefert damit grundsoliden alten Wein in neuen Schläuchen ab.

Kid Rock erinnert in seinem Titel-gebenden Opener „First Kiss“ sowohl textlich als auch musikalisch stark an Bryan Adams und dessen Klassiker „Summer of ’69“ aus dem Jahre 1984. Auch 30 Jahre später funktioniert das Grundrezept des leicht melancholischen, verklärten Blickes zurück auf die eigene Jugend und die erste Jugendliebe, kann sich doch jeder Zuhörer in ebensolchen Texten in irgendeiner Art und Weise wiederfinden und in Erinnerungen schwelgen. „First Kiss“ ist damit auch ein würdiger Start in das gleichnamige Album, wenngleich sich das Kultpotential dieses Songs im direkten Vergleich mit dem „großen Bruder“ wohl eher in Grenzen halten dürfte.

Auch dem gesamten Album kann man das große Kultpotential im Großen und Ganzen in Abrede stellen. Und dennoch ist „First Kiss“ ein hörenswertes Album geworden. Kid Rock liefert seinem Publikum wie bereits auf seinen Vorgänger-Alben soliden, eingängigen Südstaaten-Country-Rock, der musikalisch gefällig und textlich über sehr weite Strecken belanglos ist. Doch genau das ist es, was „First Kiss“ auf eine seltsam faszinierende Art und Weise so hörenswert macht. Hier wird zu keiner Sekunde reflektierend auf die großen Themen der Welt geschaut, sondern es sind die kleinen Dinge des Lebens, die Kid Rocks Texte beeinflussen. Deutlich wird das auch mit der ersten Textzeile

It’s the simple things in life

des Songs „Drinking Beer with Dad“, das ebenso wie „First Kiss“ an die „guten, alten Zeiten“ erinnert. Damals, als er gemeinsam mit seinem Vater auf der Veranda hinter dem Haus saß und Bier trank.

I like some good times, cheap wine, back beat rock’n’roll

Bier, billiger Wein, sorgenfreie Zeiten und Rock’n’Roll… mit mehr will sich Kid Rock in seinem musikalischen Oeuvre offensichtlich nicht beschäftigen. Seine (oftmals zurecht kritisierte) konservative politische Einstellung findet keinen direkten Einzug in sein musikalisches Schaffen und das ist auch gut so. US-kritische Zeitgenossen mögen vielleicht sein generelles Verhalten und seine mangelnde Fähigkeit der Reflexion anprangern, doch lässt man dies außer Acht, nimmt Kid Rock seine Zuhörer mit auf eine Reise durch einen sonnenüberfluteten US-amerikanischen Süden, der jeden selbst aufgrund der oberflächlichen, verklärten Sicht auf die Dinge in gewisser Hinsicht nachvollziehen lässt, weshalb Kid Rock „sein“ Amerika so lebt und liebt. Auch hier weiß Kid Rock, die zwiespältigen Meinungen zu seiner Person aufzugreifen, der einzige kurze Zeitpunkt des Hauchs von Selbstreflexion, die jedoch mehr trotzig denn nachdenklich erscheint:

You can try to change me or love me just the way I am.

„First Kiss“ ist sicherlich nichts für die „Hot Rotation“ und wird auch im Laufe der Zeit immer mehr in Vergessenheit geraten. Für mich wird dieses Album im jetzt erwachenden Frühling meinen Soundtrack für den Sommer einläuten und sicherlich auch in den kommenden Sommermonaten gelegentlich aus den Boxen meines Autos erklingen. Dabei die Seele baumeln lassen, sich an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen und den Sommer genießen.

Feel-Good-Music, die den Zuhörer mit auf eine Reise durch die sonnigen Südstaaten nimmt und sommerliche Stimmung verbreitet. Geringe Halbwertszeit, aber durchaus hörenswert für Freunde des Southern-Rock.

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